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Prasat Banteay Chhmar

Banteay Chhmar (Khmer បន្ទាយឆ្មារ) ist eine der größten umfriedeten Tempel-Anlagen von Kambodscha. Sie liegt imgleichnamigen Ort (Banteay Chhmar Commune) in der Provinz Banteay Meanchey, ca.60 Kilometer nördlich von Sisophon und etwa 20 Kilometer östlich der Grenze zu Thailand. Bauherr der buddhistischen Klosterstadt war Jayavarman VII, der von 1181 bis ca. 1218 über das Khmer-Reich herrschte. Die Anlage umfasst den Haupttempel-Komplex, einen großen Baray mit einem Mebon (Inseltempel) und acht Satelliten-Tempel. Heute liegen ca. 80 % der Mauern und Gebäude in Trümmern. Doch die Überreste mit den großflächigen Reliefs im Bayon-Stil sind beeindruckend; einmalig sind die vielarmigen Darstellungen von Lokeshvara (Avalokiteshvara). Wegen der abgeschiedenen Lage wurde Banteay Chhmar oft von Kunsträubern heimgesucht. Die Untersuchungen der Archäologen sind weit fortgeschritten; umfangreiche Restaurierungs- und Rekonstruktionsarbeiten sind im Gange.

 

Banteay Chhmar Community-Based Tourism (CBT) vereint eine Gruppe von ambitionierten Einheimischen, die sich für den Schutz der Tempelanlage und für die Förderung eines nachhaltigen Tourismus engagieren.

 

Seit 1992 steht Banteay Chhmar auf der Kandidatenliste des UNESCO-Weltkultur-Erbes.

 

 

Geographie

Banteay Chhmar befindet sich 165 Kilometer westlich von Angkor und 30 Kilometer von den Ausläufern des Dangrek-Gebirges entfernt in einer semiariden Region. Das Klima ist rauh, die Wälder mit laubwerfenden Bäumen sind oft schütter, der Boden ist sandig und lehmig. Banteay Chhmar lag nicht an einer der großen Verbindungs-Straßen des Khmer-Reichs, sondern ca. 60 Kilometer von der Straße entfernt, die von Angkor nach Phimai führte. Die Frage ist noch nicht geklärt, warum die bedeutende Tempelstadt in einer derart abgelegenen und unwirtlichen Region errichtet wurde.

 

Bis ca. 2004 war Banteay Chhmar nur unter Strapazen erreichbar. George Groslier, der den Tempel-Komplex in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erforschte, beklagte, dass dieser nur während zweier Monate pro Jahr erreichbar sei. Nun führt eine breite, gut ausgebaute Naturstraße von Sisophon nach Banteay Chhmar und weiter nach Anlong Veng. Das Tempel-Areal liegt heute inmitten des Siedlungs-Gebietes. Das Dorf Banteay Chhmar schmiegt sich ringsum an den inneren Wassergraben an, dem auch (auf der Süd- und auf der Ostseite) die Verbindungs-Straße entlang führt. Der Graben dient der Bevölkerung immer noch als Wasser-Reservoir. In der Region von Banteay Chhmar werden heute vor allem Reis und Cassava (Maniok) angepflanzt. Abgesehen von der Landwirtschaft und einer Seiden-Manufaktur gibt es in der Region kaum Arbeitsplätze. Große Hoffnungen werden in den aufkeimenden Tourismus rund um die Tempel-Stätte gesetzt.

 

Die Franzosen Etienne Aymonier und Lunet de Lajonquière besuchten Banteay Chhmar in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Jeder von ihnen publizierte um die Jahrhundertwende einen Artilkel zu dieser Tempelstätte. Beide vermerkten, dass der Tempel-Komplex von Banteay Chhmar am stärksten zerfallen und am chaotischsten von allen Khmer-Tempeln sei.

 

Als George Groslier (ein Franzose, der in Kambodscha geborenwurde) in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Banteay Chhmar vier Surveysdurchführte (1914, 1924, 1934 und 1935), war der Zerfall der Anlage weiterfortgeschritten und er war froh, dass er sich auf die Beschreibungen vonAymonier und Lajonquière stützen konnte. Aufgrund seiner Recherchen vermuteteGroslier, dass es in Banteay Chhmar insgesamt 55 Türme gab, die Hälfte davonGesichter-Türme. Er schätzte die Bauzeit der Tempelanlage auf 34 Jahre. InAnbetracht der Größe der Anlage traute er jedoch seinen Berechnungen nicht undpostulierte eine Bauzeit von 50 bis 60 Jahren. Groslier machte die erstearchitektonische Untersuchung der Anlage und zeichnete den ersten genauen Plan.

 

Seit Beginn des 21. Jahrhunderts engagieren sich diverseUniversitäten und Institutionen in Banteay Chhmar. Olivier Cunin, einfranzösischer Architekt, erforschte während 10 Jahren die Tempel derBayon-Periode in Kambodscha und Thailand und machte in Banteay Chhmarumfassende Untersuchungen. Er konnte u. a. belegen, dass es in Banteay Chhmar verschiedene Bauphasen (Änderungen und Erweiterungen) und nach der Fertigstellung der Anlage zumindest 50 Gesichter-Türme gab. Cunin errechnete für die gesamte Bauzeit 30 bis 35 Jahre. Ihm und seinem Team gelang es, einpräzises, dreidimensionales Modell der Tempel-Anlage zu erstellen.

 

Der historische Name der Tempel-Stadt ist nicht bekannt.Aymonier schrieb 1901, dass der Name Banteay Chhmar „Kleine Zitadelle“ oder „Zitadelle der Katzen“ bedeute (in der Sprache der Khmer tönen die Begriffe für„Katze“ und „klein“ sehr ähnlich). Lajonquière listete 1911 in seinem Inventar der Khmer-Monumente in Kambodscha und Thailand die Tempelstätte Banteay Chhmar unter der Inventar-Nr. IK.816 auf und nannte sie „Zitadelle der Katzen“. Möglicherweise war die Bezeichnung „Kleine Zitadelle“ im Gegensatz zur „GroßenStadt“ Angkor Thom gemeint (die Fläche der Tempelanlage von Banteay Chhmar nimmt etwa 40 % der Fläche von Angkor Thom ein).

 

Baugeschichte

Banteay Chhmar war bereits ein religiöses Zentrum, bevor Jayavarman VII. 1181 an die Macht kam. Wahrscheinlich errichtete schon Jayavarman II. (790 - 835) ein Heiligtum an der Stelle des heutigen Haupttempels von Banteay Chhmar. Dieses wurde später von Suryavarman II. (1113–ca. 1150) renoviert. Nach seiner Thronbesteigung startete Jayavarman VII.ein umfangreiches Bauprogramm, zu dem neben Angkor Thom mit dem Staatstempel Bayon auch die großen buddhistischen Klosterstädte Ta Prohm, Preah Khan (Angkor), Banteay Kdei und Banteay Chhmar sowie zahlreiche kleinere Heiligtümer gehörten. Auch in der Tempel-Stadt Preah Kahn of Kampong Svay realisierte er bedeutende Bauwerke.

 

Als erstes Monument von Banteay Chhmar ließ Jayavarman VII.das Zentrale Heiligtum errichten, das aus drei miteinander verbundenen Türmen und einer Umfassungsmauer (1. Mauer) bestand. Später wurde an der Ost- und an der Westseite der 1. Mauer je ein weiterer Tempel angefügt sowie die 2.Umfassungsmauer gebaut. Im Laufe der Jahre erfolgte die Transformation zu einer komplexen und bedeutenden Tempel-Stadt. Östlich des Zentralen Heiligtums wurden zwei Bibliotheken gebaut; die 1. Umfassungsmauer wurde mit vier Ecktürmen versehen. Die Halle der Tänzerinnen, die drei Schreine sowie umfangreiche Änderungen und Erweiterungen folgten. Eine Sanskrit-Inschrift, die am Türpfosten des zuletzt gebauten Gebäudes 45 gefunden wurde, nennt 1216 als Jahr der Fertigstellung. Im gleichen Jahr wurde gemäß Peter D. Sharrock der Tempel eingeweiht. Das Heiligtum sollte an Kronprinz Indravarman (Sohn von JayavarmanVII.) und vier Offiziere erinnern, die beim Versuch, das Leben des Prinzen zuschützen, umgekommen waren.

 

Die Ruinen von Banteay Chhmar blieben lange Zeit unrestauriert. Erst 2008 startete der Global Heritage Fund von Kalifornien (GHF) ein umfangreiches Konservations- und Trainings-Projekt.

 

Baumaterial

Analysen des verwendeten Sandsteins zeigen, dass nur vier Steinbrüche als Material-Lieferanten für die Monumente von Banteay Chhmar in Frage kommen. Die Sandstein-Blöcke wurden höchstwahrscheinlich 20 km nordwestlich der Tempel-Anlage am Fuße der Dangrek-Berge gebrochen. Die andern drei Steinbrüche liegen mit 80 km, 160 km sowie 220 km Distanz recht weit vom Tempel-Komplex entfernt. Laterit wurde häufig (sowohl für Mauern als auch für Gebäude) verwendet; er kommt in der Region von Banteay Chhmar an vielen Orten im Boden vor. An mehreren Stellen der Tempel-Anlage wurden Löcher zum Fixieren von hölzernen Tragbalken im Stein entdeckt.

 

2011 wurde bei Restaurierungs-Arbeiten neben einem Gesichter-Turm in 1,5 Meter Tiefe eine Turmspitze aus vergoldeter Bronze ausgegraben. Es ist das erste Artefakt dieser Art, das in Banteay Chhmar gefunden wurde.

 

Das Ausmaß der Zerstörung in Banteay Chhmar ist größer als in vergleichbaren Tempelstätten. Der Bau der Anlage erfolgte höchstwahrscheinlich unter großem Zeitdruck. Die Auswahl der Steine geschah nicht immer mit der nötigen Sorgfalt, was die unterschiedlichen Farben in manchem Mauerpartien belegen. Der Sandstein hatte häufig nicht die beste Qualität, die Bearbeitung der Blöcke war oft zu wenig genau.

 

Religion

Staatsreligion im Khmer-Reich war vor Jayavarman VII. der Hinduismus (Shivaismus). Jayavarman VII. war Anhänger des Mahayana-Buddhismus, war aber anderen Glaubensrichtungen gegenüber tolerant. Unter seinen Nachfolgern kehrte kurzzeitig der Shivaismus zurück; anschließend wurde der Theravada-Buddhismus Staatsreligion.

 

Bereits vor Jayavarman VII. gab es in Banteay Chhmar einen hinduistischen Tempel. Jayavarman VII. ließ an dieser Stelle ein umfriedetes Heiligtum mit drei Türmen errichten, das er im Laufe von ca. 30 Jahren zu einer buddhistischen Kloster-Stadt erweitern ließ, in der mehrere tausend Mönche lebten. Hinduistisch sind im Haupttempel-Komplex von Jayavarman VII. die drei Schreine, die Shiva, Vishnu und Brahma geweiht sind.

 

Unter den Nachfolgern von Jayavarman VII. wurden infolge der Änderung der Staatsreligion an allen Tempeln der Bayon-Periode ikonographische Änderungen vorgenommen, nicht jedoch in Banteay Chhmar.

 

Stil

Banteay Chhmar ist im Bayon-Stil (1181–1243) gebaut, der auf den Angkor Wat-Stil (1080–1175) folgte. Die Architektur der Anlage weist große Ähnlichkeiten mit den anderen buddhistischen Kloster-Anlagen von JayavarmanVII. auf (Ta Prohm, Preah Khan, Banteay Kdei und Preah Khan of Kampong Svay).Die Tempel sind weitläufig und besitzen komplexe Grundrisse. Gesichter-Türme prägen die Eingangstore und überragen die Heiligtümer. Ausgedehnte Flachreliefs erzählen vom alltäglichen Leben und von Schlachten. Naga-Balustraden mit Reihen von Göttern und Dämonen flankieren die Brücken und Dämme, die über die Wassergräben führen.

 

Tempel-Stadt

Die gesamte Tempelstadt (Baray, Wassergräben, Wälle und Mauern, Satelliten-Tempel, etc.) sind Ost/West-orientiert. Wie bereits Aymonier, Lajonquière und Groslier feststellten, ist das Tempelareal ein einziges Ruinenfeld. Seit der Fertigstellung im Jahr 1216 fanden wahrscheinlich keine Restaurierungs-Arbeiten statt und das Tempel-Gelände blieb fast 800 Jahre lang den wuchernden Pflanzen, Wind und Wetter und Plünderern überlassen. Heuteliegen ca. 80 % der Mauern und Gebäude in Trümmern. Die Orientierung ist nicht einfach (es wird empfohlen, für die Besichtigung einen Führer zu engagieren). 

Quelle: Wikipedia

28.02.2008 Prasat Banteay Chhmar. Am Osteingang.
28.02.2008 Prasat Banteay Chhmar. Der innere östliche Wassergraben nach Süden.
28.02.2008 Prasat Banteay Chhmar. Der innere östliche Wassergraben nach Norden.

28.02.2008 Prasat Banteay Chhmar. Ost Gopuram in der Mauer nach dem inneren Wassergraben.
28.02.2008 Prasat Banteay Chhmar. Scheinfenster mit Jalosien und Devarta an dem Ost Gopuram.
28.02.2008 Prasat Banteay Chhmar. Devarta.
28.02.2008 Prasat Banteay Chhmar. Ost Gopuram von Norden.
28.02.2008 Prasat Banteay Chhmar. Ost Gopuram.
28.02.2008 Prasat Banteay Chhmar. Schlechte Sandstein Qualität.
28.02.2008 Prasat Banteay Chhmar.
28.02.2008 Prasat Banteay Chhmar.
28.02.2008 Prasat Banteay Chhmar. Ost Gopuram.
28.02.2008 Prasat Banteay Chhmar. Die Mauer innerhalb des inneren Wassergrabens.
28.02.2008 Prasat Banteay Chhmar.
28.02.2008 Prasat Banteay Chhmar. Ein Stück der Mauerkrone.
28.02.2008 Prasat Banteay Chhmar. Blick auf die Ostseite vom Haupttempel.
28.02.2008 Prasat Banteay Chhmar. Der Haupttempel.
28.02.2008 Prasat Banteay Chhmar. Der Haupttempel. Ost Gopuram.
28.02.2008 Prasat Banteay Chhmar. Der Haupttempel.
28.02.2008 Prasat Banteay Chhmar. Der Haupttempel.
28.02.2008 Prasat Banteay Chhmar. Der Haupttempel. Reste der umlaufenden Galerie mit Flach Relief.
28.02.2008 Prasat Banteay Chhmar. Der Haupttempel.
28.02.2008 Prasat Banteay Chhmar. Der Haupttempel.
28.02.2008 Prasat Banteay Chhmar. Der Haupttempel. Hier wird die Galerie restauriert.
28.02.2008 Prasat Banteay Chhmar. Der Haupttempel.
28.02.2008 Prasat Banteay Chhmar. Der Haupttempel.
28.02.2008 Prasat Banteay Chhmar. Der Haupttempel. Restauriertes Flachrelief.
28.02.2008 Prasat Banteay Chhmar. Der Haupttempel.
28.02.2008 Prasat Banteay Chhmar. Der Haupttempel.
28.02.2008 Prasat Banteay Chhmar. Der Haupttempel. Nach 800 Jahren wird wieder am Tempel gearbeitet.
28.02.2008 Prasat Banteay Chhmar. Der Haupttempel.
28.02.2008 Prasat Banteay Chhmar. Der Haupttempel. Ein kleiner Quadratischer Teich.
28.02.2008 Prasat Banteay Chhmar. Der Haupttempel.
28.02.2008 Prasat Banteay Chhmar. Der Haupttempel. Ein dekoriertes Giebelfeld.
28.02.2008 Prasat Banteay Chhmar. Der Haupttempel. Blick nach Südwest.
28.02.2008 Prasat Banteay Chhmar. Der Haupttempel.
28.02.2008 Prasat Banteay Chhmar. Der Haupttempel.
28.02.2008 Prasat Banteay Chhmar. Der Haupttempel.
28.02.2008 Prasat Banteay Chhmar. Der Haupttempel.
28.02.2008 Prasat Banteay Chhmar. Der Haupttempel. Reste einer Galerie.
28.02.2008 Prasat Banteay Chhmar. Der Haupttempel.
28.02.2008 Prasat Banteay Chhmar. Der Haupttempel.
28.02.2008 Prasat Banteay Chhmar. Der Haupttempel.
28.02.2008 Prasat Banteay Chhmar. Der Haupttempel.
28.02.2008 Prasat Banteay Chhmar. Der Haupttempel.

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